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Ein Wochenende auf der Peene

Eine Geschichte in 9+1 Akten

Das fängt ja gut an! Eigentlich wollte ich schon um 7 im Zug sitzen, aber dann kommt frühmorgens noch ein häusliches Malheur dazwischen, weshalb ich erst gegen 12 an der Bushaltestelle stehe. Leider tue ich das nicht alleine, die beiden benachbarten Schulen haben vor 10 Minuten hitzefrei gegeben. So tummeln sich rund 40 Adoleszente um mich herum. Als der Bus kommt, bin ich erleichtert: die Busfahrerin kenne ich, sie mich vielleicht auch noch? Also rasch den Mützenschirm hochgeschoben und als letzter an die Tür rangetreten. Alles klar? Alles klar, ich darf vorne, direkt neben der Lenkerin mitfahren. Die erklärt an den folgenden Haltestellen den Vordereinstieg für gesperrt und schickt die Leute eine Tür weiter. Sehr nobel. (Dazu sollte man wissen, dass Berliner Busse nur durch die Fahrertür betreten werden dürfen, während die zweite Tür ausschließlich der rollenden Kundschaft vorbehalten ist.) Also bedanke ich mich am S-Bahnhof ankommend nochmals schön artig, um dann den Wettlauf mit der anrollenden S-Bahn nach Bernau aufzunehmen. Der geht glatt verloren weil die Rolltreppe streikt und statt ihrer der Aufzug genommen werden muss. Der legt ein solch gemütliches Tempo an den Tag, dass mein auf Bahnsteigebene auftauchender Kopf noch eben "Zurückbleiben !" um die Ohren gehauen bekommt, während die gemächlich folgenden Schuhe nur noch die Rücklichter des Zuges erahnen können. Da wäre ich selbst per Levitation schneller gewesen!

Aktualisierung: 11/06/2017