177aheizgbji.jpg

Atlyak

Ein Erfahrungsbericht von Jochen Dettke

Atlyak_1.jpg

Ärger

Die Praxis offenbart dann doch einige Tücken. Der Zusammenbau ist bei den ersten paar Malen schwierig, denn das Heck mit dem Spannsystem a la Cooper ist nicht ganz einfach auf das Gestänge aufzusetzen. Mit der Zeit habe ich aber Übung bekommen, ich habe das Boot im Urlaub jeden Morgen auf und Abends abgebaut. Mittlerweile bin ich bei knapp 30 Minuten von Ufer bis auf dem Wasser (wenn kein großes Gepäck zu verstauen ist).
Der AtlYak hat aber einige klare Verarbeitungsdefizite. Das Gestänge selbst ist zwar anodisiertes Alu, ein Segment korrodierte dank Salzwasser aber trotzdem. Das ist aber nicht weiter tragisch. Problematisch ist, dass die Sicherungsknöpfe im Gestänge aus Messing sind. An diesen Stellen korrodiert es ordentlich, trotz Vaseline-Kur vor dem ersten Aufbauen. Und richtig ärgerlich ist, dass sowohl an Bug als auch an Heck Stahlteile verwendet werden. Es sind nur ein paar kleine Spannringe an der Verbindung von Bug/Heck zu Senten, die rosten, dafür aber ordentlich.
Schwierig ist es auch, die Bootshaut genau mittig aufzuziehen. Selbst wenn vor dem Aufblasen der seitlichen Luftschläuche alles mittig aussieht, so verschiebt sich die Haut spätestens im Wasser etwas.
Sehr ärgerlich sind auch die Luftschläuche selber. Die dürftige Qualität ist beim Händler bekannt, er hat mir gleich Ersatzschläuche mitgegeben. Das dünne PVC ist nicht durch Gewerbe o.ä. verstärkt. Es hat aber auch ein paar Stellen an der Schweißnaht, die spitze Ecken ergeben. Hier hat sich bei mir ein Loch gebildet, nicht weiter verwunderlich.
Die Luftschläuche werden aber auch benötigt, um der Haut auf dem Gestänge die Querspannung zu geben. Also bläst man die Schläuche kräftig auf, damit die Haut gut gespannt wird. Und prompt kriegt der Schlauch ein Loch. Dadurch wird der Kiel asymetrisch und das Boot kriegt einen Drall, zieht nach links. Möglicherweise wird das in der nächsten Generation beseitigt sein, der Händler meinte sowas.
Verbesserungsfähig ist auch die Befestigung der Senten an den Spanten, die werden hier einfach in Kunststofffassungen hineingeschnappt, der Kiel immerhin von seitlich und nicht von unten. Bei heftigen Wellen springt der aber gerne aus der Befestigung heraus. Deshalb sichere ich die beiden Stellen jetzt mit einer Schnur.
Unbedingt erforderlich ist es, die Nähte des Kajak abzudichten. Ich hab das nicht gemacht und hatte regelmäßig größere Mengen Wasser im Kajak. Das war in Italien nicht so schlimm, da das Wasser warm war. Die Imprägnierung der Deckshaut ist auch nicht so prickelnd, an vielen Stellen perlt das Wasser nicht mehr ab. Es geht aber auch nicht durch die Haut, denn die ist PU-beschichtet.
Auch einige Nähte haben ihre Schwachpunkte. An der Naht des Süllrandes beispielsweise sind einige Stiche aufgerissen, ca. 5cm. Da die Naht aber doppelt ausgeführt ist, hält es noch und kann auch gut repariert werden.

Basteleien und Ergänzungen
Die Nähte sollten dringend imprägniert werden. Ich habe das mit Seamgrip von innen gemacht, ganz dicht ist es aber noch nicht. Die Verbindung von Spant 2 und 3 mit dem Kiel sichere ich jetzt mit je einem Stück Schnur. Und schließlich sind die rostenden Spannringe eigentlich gar nicht notwendig. Denn die Bleche, an denen die Senten befestigt sind, liefern die Spannung selber. Also habe die die Spannringe entfernt.
Bei Salzwassereinsatz sind die Druckknöpfe in den Senten unbedingt vor jedem Einsatz mit reichlich Vaseline einzureiben, sonst korrodieren die Messingknöpfe und verklemmen sich im Rohr, d.h. sie schnappen nicht mehr raus.
Aktualisierung: 25/01/2018